„De Flinthörners 2.0“ haben das HDI gerockt

„De Flinthörners 2.0“ haben das HDI gerockt

„Einfach grandios!“ befand Bürgermeister Onno Brüling am Ende einer denkwürdigen Premiere des Langeooger Shantychors De Flinthörners. Seine vorbereitete Rede steckte er ins Jackett zurück, die werde dem, was man gemeinsam an diesem Abend erlebt habe, nicht gerecht, stellte er sichtlich beeindruckt fest. Denn der Chor hatte zuvor sich selbst und das Publikum mit einer ganz besonderen Vorstellung überrascht.

„De Flinthörners 2.0“ hatte der neue Vorsitzende Andreas Schüler zu Beginn versprochen, und die Crew um die neue Chorleiterin Suse Agena hielt Wort. „Neu“ war ohnehin das Wort des Abends, denn es gab zwei neue Shantys, fünf neue Solisten, drei neue Chormitglieder, drei neue Instrumente und einen ganz neuen Chorklang. Im Prinzip hatte sich der Chor auch auf eine gewisse Art und Weise neu erfunden. Den Winter hatte man nach einem tollen Jubiläumsjahr zum 40-jährigen bestehen und dem bewegenden Abschied von Chorleiterin Puppa Elisabeth Peters, die den Chor über 40 Jahre geprägt hatte, zu intensiven Proben für einen Neuanfang genutzt. Begleitet werden die Shanties nun von Suse Agena am Steinway-Flügel, die Flinthörners festigen damit ihren Ruf als „der etwas andere Shantychor“.

Der Chor sei ein Musterbeispiel dafür, wie man sich erfolgreich in kürzester Zeit neu aufstellt und gleichzeitig selbst treu bleibt, lobte Onno Brüling mit Blick auf die neue Chorleitung, den neuen Vorstand und die geänderte Zusammensetzung des Chores. Dafür gab es Blumen für Suse Agena und auch für Katja Agena, die die Gäste wieder mit Jazz und Swing vor dem Konzert und in der Pause unterhalten hatte. Sie hatte eine Woche zuvor Premiere ihres neuen Programms gefeiert.

Andreas Schüler nutzte die Premiere, um Raimund Buss und Torsten Meyer für ihre langjährige Vorstandsarbeit und den beispielhaften Übergang zum neuen Vorstand und Suse Agena für die Übernahme der Chorleitung zu danken. Der neue Ehrenvorsitzende lobte die Art und Weise, wie der neue junge Vorstand die Arbeit weiterführe, was daraus in so kurzer Zeit entstanden sei und wie sich der ganze Chor auf diesen Wandel eingelassen habe. Er hatte sichtlich Freunde Teil des Wandels und des Chores zu sein.

Der Chor präsentierte sich mit sehr viel Energie und als Einheit, verbunden durch die Leidenschaft für rhythmische Shanties und Seemannslieder zum Schunkeln. Jeder neue Solist wurde auf der Bühne gefeiert, der neue Star im Chor ist der Chor selbst. Angeführt von Moderator Stephan Bohlen, der wieder unnachahmlich und kurzweilig durch das Programm führte, waren die Flinthörners mit „Cape Cod Girls“ lautstark in den Saal eingezogen. Die Gäste nahmen sofort dessen Vorfreude auf das Konzert auf und hatten in der Folge großen Anteil am Gelingen des Abends.

Den ersten neuen Shanty im Repertoire sang Klaus Kremer. „Haul Away Joe“ wurde A Capella gesungen, nur begleitet vom Rhythmus der Conga, die Mo Agha spielte. Er selbst war wenig später mit Erie Canal als Solist gefragt. Nach dem fetzigen Chorlied „Feuer“ bestand Marko Jovanovic als erster neuer Solist seine Feuertaufe mit Bravour und sorgte mit „Time Ashore“ für Gänsehaut im Publikum. Das Lied eingeleitet hatten Jonathan Linnenberg Kontrabass und Malte Kramer Euphonium. Wenig später stand Daniel Birgfeld ganz vorne im Rampenlicht und auch begeisterte mit „Seemannsgarn“, zu dem wieder Kinder auf die Bühne kommen und den Chor beim Schunkeln unterstützen konnten.

Kurz nach der Pause bewies der neue Vorsitzende bei „Immer ran an den Wind“ Duett-Qualität gemeinsam mit Peer Agena, der später erstmals „De Zoute Zee“ sang – auf französisch und holländisch. Raimund Buss folgte mit dem Klassiker „Fass Aquavit“ und Malte Kramer als weiterer neuer Solist mit einem neuen Arrangement für „Molly Malone“. In der „Kneipe am Moor“ hatte schließlich Marko Vestering als fünfter neuer Solist seinen großen Auftritt, kurz zuvor hatte es für seine Frau Ramona ein Geburtstagsständchen des Chores gegeben. Für den richtigen Rhythmus sorgte bei mehreren Stücken Karsten Bürger am Cajon.

Ein weiteres neues Lieblingslied des Chores war dann „Brisbane Harbour“, kraftvoll vorgetragen von Torsten Meyer und mit einem Refrain mit viel Energie vom Chor. Das sei besser als das Original von den Dreadnoughts befand Stephan Bohlen. Nach stehenden Ovationen des Publikums, den Worten des Bürgermeisters und dem Abschiedslied ging es dann auf der Bühne noch einmal richtig rund. Als Zugabe „zelebrierten“ Stephan Bohlen und der Chor den legendären Dutchmann und feierten anschließend auf der Premierenfeier mit geladenen Gästen weiter. Gesungen wurde natürlich auch…

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