Ein donnerndes „Hurrah für Puppa“ zum Abschied
Mit einem donnernden „Hurrah für Puppa“ haben der Langeooger Shantychor De Flinthörners und die vielen Zuschauer im großen Saal des Haus der Insel am Montag am Ende eines langen und bewegenden Shantyabends Chorleiterin „Puppa“ Elisabeth Peters verabschiedet und ihr für 40 Jahre gedankt, in denen sie den Chor geprägt hat. Das Stück hatte der Chor gemeinsam mit der neuen Chorleiterin Suse Agena auf Basis des Shanties „Hurrah for the Captain“ einstudiert und einen neuen Text geschrieben. Anschließend gab es dann den traditionellen „Last Shanty“ des Konzerts, aber auch der Jubiläumssaison und für „Puppa“ und die Solisten Ralf Preuß und Gerrit Agena, die im kommenden Jahr eine Auszeit nehmen.
Der Saal war für ein Konzert zwischen den Jahren, das der Flinthörners-Vorsitzende Raimund Buss mit Begrüßungsworten eröffnet hatte, ungewöhnlich voll, da viele Puppa danken wollten, mehrfach stand das Publikum für sie auf und der Applaus zu Schluss wollte nicht enden. Nicht nur das Publikum war an diesem Abend sehr gut aufgelegt, auch die Stimmung im Chor war besonders gut. Die Freude, mitten in der Probenzeit für 2026 mal wieder auf der Bühne stehen zu können mischte sich mit großer Dankbarkeit für Puppas Arbeit, ein wenig Traurigkeit und Vorfreude auf die spannende neue Zeit. Der Chor sang noch einmal sein Best-of-Programm „40 Jahre Flinthörners“ vom Wellermann über „Paddy lay back“, „Fields of Athery“, „Northumbria“, „Last Night in Baltimore“ und „Pass me the Bowl“ bis zum „Dutchman“, wieder unnachahmlich moderiert von Stephan Bohlen.
Der Vorsitzende des Fachverbandes der Shantychöre Deutschlands (FSD) Hans Rodax war auf die Insel gekommen und erinnerte zum Abschluss des Jubiläumskonzertes an die lange enge Zusammenarbeit mit Puppa seit Mitte der 90er-Jahre zunächst in der International Shanty- and Seasong-Association ISSA und später im FSD. Ihr sei es zu verdanken, dass neben den Seemannsliedern auch die Shanties, Arbeitslieder an Bord der Schiffe vom 16. bis 19. Jahrhundert nicht in Vergessenheit gerieten. Sie seien heute sehr populär und die Flinthörners seien ein leuchtendes Beispiel, dass man mit dieser Musik auch junge Leute für Chormusik begeistern könne, während viele Chöre über Nachwuchsmangel klagen. Er dankte Puppa für ihre wichtige Mitwirkung, jüngstes Engagement des FSD sei ein Antrag, die Shanties als immaterielles Kulturgut durch die UNESCO anerkennen zu lassen. Auch dabei hätten die Flinthörners unterstützt. Er holte dann auch Suse Agena auf die Bühne und dankte ihr, dass sie die Arbeit von Puppa fortführe und die Zukunft dieses besonderen Chores und damit auch der Shanties sichere.
Auch Bürgermeister Onno Brüling hatte es sich nicht nehmen lassen, ein viertes Mal in diesem Jahr den Chor zu besuchen, um diesmal Puppa die Ehre zu erweisen. „Puppa geht von Bord“ begann er, aber er sei sicher, dass sie nie ganz von Bord gehen und der Insel und dem Chor verbunden bleiben werde. Sie habe seit der Gründung De Flinthörners zu einem ganz besonderen Chor gemacht, der bei Auftritten am Festland auch Botschafter der Insel sei. Er erinnerte an die „Welttournee“ nach Esens, bei der er den Chor habe mit seinem Boot unterstützen dürfen. Dafür sei sie je Woche montags von Esens auf die Insel gekommen. Er dankte Puppa und wünschte ihr: „Du hast diesen Chor sicher durch manch hohe Welle und manchen Sturm gebracht, und jetzt wünschen wir dir eine lange, ruhige Fahrt mit Rückenwind, gutem Wetter und immer einem schönen Lied im Herzen“
Für das „Hurrah für Puppa“ hatte der Chor dann einen Thron für Puppa vorbereitet, in dem sie das Lied verfolgen konnte, Suse Agena begleitete den Chor am E-Piano. Auch Katja Agena sang mit, Raimund Buss hatte die Sängerin, die mit dem Chor eng verbunden ist und auch an diesem Abend die Gäste wieder im Foyer mit Swing und Jazz unterhielt, auf die Bühne geholt. Auf das Ständchen folgte langer stehender Applaus für Puppa, anschließend nahm sie noch einmal das Akkordeon zur Hand, um „Last Shanty“ anzuspielen.
Fotos: Petra Ahrenholz